DAS BEWEGLICHE ZIEL

Ein Ziel, voller Furcht, getroffen, durchbohrt, verletzt, getötet und vernichtet zu werden, entfaltete vielfältige Fähigkeiten, den erwarteten Geschossen, als da sind Messer, Pfeile, Speere, Lanzen und Kugeln, zu entgehen. Es wurde beweglich nach allen Seiten, lernte unerwartete Luftsprünge zu machen, abzutauchen und Haken zu schlagen. Niemand konnte es ergreifen, stellen oder in die Enge treiben. Auch Worte konnte es nicht treffen, zu geschickt waren die Täuschungsmanöver, die es anderen abguckte und bis zur Perfektion weiterentwickelte, bis ......

.... ja, bis eines Tages, aus Zufall freilich, folgendes geschah. Bei der Flucht strauchelte es, und der Verfolger kam näher heran als bislang einer, so dass das bewegliche Ziel erkannte, dass dieser Verfolger nicht im Sinn hatte, es zu treffen, sondern es zu erreichen, nicht danach trachtete, es zu verletzen, sondern es zu lieben, nicht verfolgte, es zu töten, sondern es zu hegen.

Das bewegliche Ziel erschrak, als es den Gedanken zulassen musste, dass es auf der Flucht vor vermeintlichen Feinden all seine Lebenskraft aufgewendet hatte, um der Liebe zu entgehen.